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Komponenten werden zu Systemen
Wir waren bei unserer Wahrscheinlichkeitsinterpretation der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von einer großen Menge gleichartiger Komponenten ausgegangen, aus deren Ausfallverhalten als statistischem Ensemble man Wahrscheinlichkeitsaussagen ableiten konnte. Was tut man aber, wenn nicht der in praktisch unbegrenzten Stückzahlen produzierende CPU-Hersteller eine Risikoanalyse anfertigen möchte, sondern der IT-Projektleiter, der ein aus vielen Komponenten bestehendes komplexes System aufbauen soll, das in seiner Form einmalig sein wird? Die Antwort lautet: Das System wird aus der Zuverlässigkeit seiner Komponenten hoch gerechnet. Die resultierenden Wahrscheinlichkeits- aussagen beziehen sich dann auf ein fiktives Ensemble dieses Systems, auch wenn real nur ein einzelnes existiert.
Das Schichtenmodell - ein hierarchisches System
Ein System besteht aus einer Menge von zusammenwirkenden Komponenten, die einem gemeinsam Zweck dienen, eben dem des Systems (nach DIN 40042 bzw. DIN 25424 ist ein System „eine Zusammenfassung von technisch-organisatorischen Mitteln zur autonomen Erfüllung eines Aufgabenkomplexes“). Möglicherweise legt der workflow des Systems eine logische oder zeitliche Abfolge der Komponenten fest oder es gibt eine Ausfallhierarchie der Komponenten, die wie beim Domino-Effekt den Ausfall weiterer Komponenten beim initialen Ausfall einer hierarchisch höher angesiedelten Komponente zur Folge hat. Im IT-Sektor wird oft auf ein Schichtenmodell zurückgegriffen, das alle physikalischen und logischen Komponenten der IT-Dienstleistung enthalten soll:
Dieses ist sicherlich sehr allgemein gehalten und die Modellierung eines konkreten IT-Systems bedarf einer genauen Identifikation seiner Komponenten und ihrer Abhängigkeiten. Am Anfang stellt sich auch die Frage, was im Hinblick auf eine Zuverlässigkeits- oder Verfügbarkeitsbetrachtung sinnvollerweise als „IT-System“ verstanden werden soll. Bildet z.B. ein einzelner Server oder ein gesamtes Rechenzentrum ein solches System? Wir hatten am Anfang bemerkt, dass die Verfügbarkeit aus dem Blickwinkel des Anwenders als die end-to-end-Verfügbarkeit zu verstehen ist, die ihm seine Arbeit ermöglicht. Es ist daher am sinnvollsten, alle Komponenten zu einem „IT-System“ zusammenzufassen, die für eine einzelne Applikations-Linie oder ein Geschäftsfeld des IT-Nutzers erforderlich sind.
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